Ein Hähnchen, viele Mahlzeiten.

2013-04-05 14.10.20Kürzlich kaufte ich bei einem Freund ein Hähnchen. Kein gewöhnliches Hähnchen, sondern ein Brahma-Hähnchen. Dieses Hähnchen wuchs tatsächlich glücklich auf, bekam ordentliches Futter, durfte auf dem Hof herumlaufen und im Dreck scharren. Seine Schwestern blieben als als Zucht- und Legehennen auf dem Hof. Da ein Geflügelzüchter nun nicht jeden Hahn ebenfalls behalten kann, muss er diese also loswerden. In der industriellen Legehennen-Zucht bedeutet das für frisch geschlüpfte Hähnchen: ab in den Schredder. Ja, Schredder – bei lebendigem Leibe.

Ihr fragt euch: “Warum denn das? Die kann man doch aufziehen und dann essen!” Stimmt, kann man, wollen die meisten Menschen jedoch nicht. Warum? Weil nicht viel Fleisch dran ist. Die Menschen wollen dicke, fleischige Vögel haben und die gibt es bei der Legehennen-Zucht nun einmal nicht. Die dicken, fleischigen Vögel sind extra nur fürs Essen gezüchtet. Sie sollen schnell groß und sehr fleischig werden. Diese bedauernswerten Kreaturen sind übrigens so kaputt, dass sie selbst bei guter Pflege und viel gutem Willen nicht alt werden – die können gar nicht anders als übermäßig groß und fleischig werden und dann funktioniert der Körper nicht mehr.

Ich habe hier nun also einen einstmals glücklichen Brahma-Hahn, ohne viel Fleisch dran. Trotzdem lassen sich daraus viele Mahlzeiten bereiten.

2013-04-05 14.40.17a90ebeab533858c224d13c5b55e7e7ac2013-04-06 21.18.13Die Brust löste ich aus, habe sie gewürzt und gebraten, anschließend mit Tomatensauce und Rigatoni vermengt, Spinat dazu gegeben und mit Büffel-Mozzarella überbacken. Die Beine landeten in einer Auflaufform, gewürzt mit Salz und Pfeffer. Dazu rohe Kartoffel, Zwiebel, Zucchini, Karotten und etwas Rosmarin. Darüber gab ich 500ml Gemüsebrühe sowie 500ml Geflügelbrühe. Alufolie über die Auflaufform, mit einer Gabel Löcher hineinstechen und ab in den Ofen. Ist das Gemüse halb gar, Alufolie ab und fertig backen. Dabei das Fleisch immer wieder mit der Brühe aus der Auflaufform übergießen.

2013-04-06 04.51.09Die Haut (wenn man sie nicht an Brust und Beinen gelassen hat) und die Knochen habe ich mit Pfeffer, Piment, Lorbeerblättern und einigen Scheiben Knollensellerie zu gut 6L Brühe verkocht, die mir in den nächsten Wochen Basis für Suppen und Saucen sein wird. So lässt sich ein Hähnchen zu einer Vielzahl von Gerichten verarbeiten und kostete mich im Übrigen € 10 bei einem Gewicht von ca. 2,5 KG. Von wegen, gutes Essen ist immer wahnsinnig teuer und für “Normalsterbliche” eh nicht zu bezahlen.

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