Investigativ: Honig

Schon länger wartet dieser Beitrag auf seine Veröffentlichung und nachdem ich heute im Supermarkt Zeuge wurde, wie sich Leute darüber stritten, wieviel Geld der Honig kosten darf, dachte ich, es wird Zeit…

Also, vorweg: LEUTE, kauft euren Honig beim Imker in der Region, Honig aus dem Supermarkt/Discounter ist immer die schlechteste Wahl!

Die Preise für Supermarkthonig, keiner davon in Imkerqualität, liegen zwischen € 2,50 und € 8 (sic!). Der teure Honig versucht den Preis mit zB abgedrehten Namen/Sorten oder auch 1% Gelée Royale Anteil zu rechtfertigen. Sämtliche Sorten jedoch sind Mischungen mit unterschiedlich hohen Anteilen von Honig aus EG bzw. Nicht-EG-Ländern. Mehr Informationen über die Herkunft des Honigs gibt die Verpackung nicht her. Bedeutet, für ein Glas Honig werden Honige aus aller Herren Länder importiert, verarbeitet (gemischt, erwärmt, gefiltert usw.) und es spielt keine Rolle wo die Bienen ihren Nektar geerntet haben. Im gentechnisch veränderten Grünzeug oder auf Bio-Bauerns Bauernhof. Auch spielt keine Rolle, wie die Völker gepflegt und gehalten werden, ob Chemie eingesetzt wird, wie der Honig gewonnen wird, lediglich fest steht, dass dem Honig nichts hinzugesetzt und nichts abgezogen werden darf, damit auf der Verpackung noch Honig stehen kann.

Natürlich, auch hier hat die Bio-Vermarkung Potential entdeckt. Was kaum jemand weiss: Die Richtlinien zur Produktion von Bio-Honig sind nicht so verschieden von den Richtlinien, nach denen deutsche Imker von Hause aus ihren “Deutschen Bienenhonig” produzieren. Lediglich lohnt sich die teure Zertifizierung für die meisten Imker kaum, der Honig jedoch ist von hervorragender Qualität. Bevor ihr nun also in den Biomarkt pilgert und dort Bio-Honig (Mischungen) teuer bezahlt, sucht euch einen Imker in der Region, besucht den und lasst euch zeigen wie und wo er seine Bienen hält, den Honig produziert und zahlt für den guten Honig zuletzt einen fairen (und oho! oft günstigeren) Preis. Eine Markenhonig-Mischung im Supermarkt kostet ca. € 5, ein Glas Honig beim Imker zwischen € 4-6

Honig selbst ist zunächst nichts anderes als Blütennektar (bzw. zuckerhaltige Ausscheidungen diverser Insekten) der von zB Bienen gesammelt und zur Ernährung des eigenen Volkes genutzt wird. Darin enthalten sind Zucker, Pollen, Aminosäuren, Vitamine, Enzyme, Proteine Mineralien, sowie Aromen und eine Vielzahl anderer Stoffe. Den großen Unterschied in der Qualität des Honigs macht die Haltung der Honigbienen und die Verarbeitung des Honigs aus der Wabe ins Glas, während Zusammensetzung der Inhaltsstoffe und die Weiterverarbeitung verantwortlich für die Kristallstruktur des Honigs ist, er also eher fest oder eher flüssig ist. Honig in Quetschflaschen ist besonders gefiltert und verarbeitet, so dass er nicht oder nur sehr langsam kristallisiert und also lange sehr dünnflüssig bleibt. Die Haltung der Bienen spielt insofern eine Rolle, als dass Rückstände von chemischen Behandlungen in den Honig gelangen können oder die Bienen schon belasteten Nektar sammeln (je nach Standort). Ausserdem sind auch Bienen Lebewesen, die artgerecht und gesund gehalten und gepflegt werden wollen und müssen.

Regionale Produzenten sind auf den Verkauf ihrer Produkte angewiesen um wirtschaftlich Bienen halten zu können und die Regionen selbst sind auf die Bienen angewiesen. Das zu unterstützen ist der größere Beitrag für sich selbst und für die Natur, als einen vermeintlich besseren Bio-Honig zu kaufen.

Eine vegane Variante von Honig ist übrigens Löwenzahnhonig, wie Tys ihn in ihrem Beitrag schon beschrieben hat.

 

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