Investigativ: Puten-Topf mit Frischkäse.

Alternativer Titel:

Wie man Konsumenten auf besonders perfide geschickte Weise um ihr Geld bringt.

Heute soll es um Puten-Topf mit Frischkäse gehen, eine Mahlzeit, gekocht mit Hilfe einer Fix-Tüte, natürlich. Versprochen wird 100% Geschmack, “ohne Zusatzstoff Geschmacksverstärker” – was geschickt um eine offensichtliche Lüge herumgeschummelt ist. Es ist also kein Zusatzstoff “Geschmacksverstärker” enthalten, stimmt, in der Zutatenliste taucht dieser Begriff nicht auf, jedoch ändert das nichts an der Tatsache, dass Geschmacksverstärker als solche enthalten sind.

In der Tüte stecken: Stärke, Weizenmehl, Jodsalz, gehärtete pflanzliche Öle, pflanzliche Öle, Zwiebelpulver, Hefeextrakt, Molkenerzeugnis, Speckfett, pflanzliches Eiweiß (biologisch aufgeschlossen), Zucker, Gewürze, Petersilie, Milchzucker, Maltodextrin, Aroma (mit Soja), Emulgatoren.

Übersetzt: Verdickungsmittel, Geschmacksverstärker, Klebemittel, Kohlenhydrate in verschiedensten Formen, Fett/Öl und ein Hauch Gewürze.

Aus dem Inhalt der Tüte wird also keine Mahlzeit! Was muss man frisch dazu geben? 400g Putenbrust, 200g Champignons, 200g Nudeln, 100g Frischkäse, 3 Frühlingszwiebeln. Die Zubereitungsanleitung erklärt, dass man Zwiebeln, Fleisch und Champignons zunächst zerkleinern muss (wer hätte das gedacht?). Das Fleisch braten, die Champignons braten. Wasser drauf, Tüte rein, Nudeln rein, 20 Minuten kochen lassen, Zwiebeln und Frischkäse dazu.

Um die Kocherei bequemer zu gestalten, sollen 600ml Wasser zugefügt werden, so können die Nudeln direkt in der Sauce gekocht werden. Da das eigentlich viel zuviel Flüssigkeit ist, wird mit vieeel Verdickungsmittel mehr “dicke Sauce” aus dem Flüssigkeitsüberschuss erzeugt. Bequemer ist es mit der Tüte, ein klein wenig zumindest, weil man nur einen Topf benötigt, aber soll so eine Tüte nicht auch das Zubereiten einer Mahlzeit beschleunigen und vor allem günstiger machen? Das ist doch das so gern verwendete Argument: “Es geht halt schnell…!” Hier geht nix schneller, wirklich günstiger ist es auch nicht.

Solltet ihr dieses Gericht mal ohne Fix und also ohne fragwürdige Zusätze kochen wollen, versucht es so: Fleisch, Pilze und eine kleine Zwiebel in einer hohen Pfanne braten, mit etwas Gemüsebrühe aufgießen. Salz, Pfeffer, Frischkäse und einen EL Crème Fraîche dazu geben und aufkochen lassen. Wird die Sauce zu dick, mit Gemüsebrühe verdünnen. Währenddessen die Nudeln bissfest kochen und zur Sauce in die Pfanne geben. Zuletzt die Frühlingszwiebeln, etwas Petersilie, Schnittlauch und Oregano unterrühren (Basilikum, Thymian und Rosmarin bieten sich ebenfalls an).

Zugegeben, ich habe das Gericht, wie in meinem Vorschlag, nun nicht zu Testzwecken frisch gekocht und probiert, bin nur heute im Supermarkt durch die Regale mit Fertiggerichten gelaufen, auf der Suche nach geeignetem Stoff für unsere investigativ Kategorie, und blieb schließlich an diesem Fix-Gericht hängen. Will man frisch kochen, muss man mit den Mengen sicher etwas experimentieren. Ich würde wohl die doppelte Menge Frischkäse verwenden, mehr Champignons und für 4 Personen auch mehr Nudeln. Dem frisch gekochten Essen fehlen ja die Zusätze, die aus wenig viel machen.

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