Essen.

Mit dem Jahreswechsel bricht für viele Menschen der vorsätzliche, alljährliche Diätenwahnsinn los. Wohlbefinden wird in Körpergewicht gemessen und gesund sein reicht nicht aus, Fitness muss her. Was nun Fitness von Gesundheit unterscheidet, hat sich mir in all den Jahren, in denen ich diesen Wahnsinn verfolge, nicht erschlossen. Vermutlich gibt es keinen Unterschied und allein deshalb laufen so viele Menschen endlos und vor allem erfolglos diesem Fitness-Phantom hinterher. Unzählige Diäten gibt es und alle zusammen sind sie totaler Schwachsinn. Diäten sind lediglich Ursache dafür, dass heutzutage kaum noch jemand genussvoll und ohne schlechtes Gewissen Essen kann. Extremes Unter- bzw. Übergewicht werden als Folge von Essstörungen wahrgenommen, doch kaum jemand kommt auf die Idee, dass falsche Ernährung auch Ursache für Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Depressionen, Hautkrankheiten (inkl. Haarausfall und Schuppen) und unzähliger anderer Erkrankungen sein kann (und nicht selten auch ist), wegen denen Betroffene wiederholt zum Arzt laufen. Kindern werden Essstörungen regelrecht anerzogen, weil schon die Eltern nicht in der Lage sind sich normal zu ernähren. Sie erleben diesen “Jetzt muss ich aber mal Diät machen!” Wahnsinn ja mit.

Wer abnehmen will (und nicht wieder zunehmen möchte) kommt um eine Ernährung passend zum tatsächlich gelebten Alltag nicht herum. Häufig bedeutet das, dass man eine Umstellung der Ernährung herbeiführen muss und die gelingt nur, wenn man sich nicht stets vor Augen führt, man würde verzichten müssen und aufgrund der Umstellung fortan asketisch zu leben haben. Das Gegenteil ist der Fall! In einer normalen (sic!) Ernährung muss man auf gar nichts verzichten, lediglich die Mengen etwas anpassen.

Problematisch wird es, wenn man schon gar nicht mehr weiss, welche Lebensmittel es überhaupt gibt, weil der Speiseplan bereits derart reduziert ist, dass eine Ernährungsumstellung wirklich zu einer großen Angelegenheit wird. Statt nun verzweifelt eine Diät zu suchen, sollte man zunächst alles lassen wie es ist und sich langsam einer Geschmackserziehung unterziehen. Jede Woche ein neues Lebensmittel ausprobieren, Geschmack neu lernen und so nach und nach den Speiseplan wieder erweitern und so allmählich eine abwechslungsreiche Ernährung Alltag werden lassen. Blödsinn ist dieses gebetsmühlenartig wiederholte “Du musst viel Obst, Gemüse und Ballaststoffe essen!”. Viele Menschen vertragen Obst in großen Mengen gar nicht. Gemüse allein macht keine ausgewogene Ernährung und zu viele Ballaststoffe belasten eher. Wer übrigens meint, dass es ihm trotz eigentlich normaler Ernährung nicht wirklich gut geht, möge sich mal auf Lebensmittelunverträglichkeiten testen lassen. Gar nicht selten sind es nämlich Unverträglichkeiten von vermeintlich gesunden Lebensmitteln, die zu Problemen führen.

Und, ganz wichtig, mit erhobenem Zeigefinger: Bringt euren Kindern ESSEN bei! Nicht nur die bösen Magazine und das zweifellos bescheuerte Fernsehen sind schuld, dass Kinder zu Ernährungskrüppeln werden. Geschmackserziehung passiert in erster Linie daheim und wenn bereits die Eltern nicht in der Lage sind normal zu Essen,…

 

Da wir zu diesem Thema noch einige Ideen haben, und uns vorstellen können, dass dies  auch viele Leser interessiert, haben wir beschlossen, eine Serie mit vielen kleineren Artikeln zum Thema “Ernährung” zu machen, die in nächster Zeit hier gepostet werden.

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