EU Saatgutregelung – zugunsten von Monsanto und Co?

Leider weiß ich auch nicht wirklich, wie sich Bürger effektiv dagegen wehren können, solange die Lebensmittelgesetze nicht nur zugunsten der, sondern zum Teil von den Lobbys selbst beschlossen werden.

Vielleicht hilft es, wenn möglichst viele Leute davon wissen – in diesem Sinne, lest selbst:

Deutsche Wirtschaftsnachrichten: Zum Thema Saatgut und Lobbying in der EU.

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Ein Hähnchen, viele Mahlzeiten.

2013-04-05 14.10.20Kürzlich kaufte ich bei einem Freund ein Hähnchen. Kein gewöhnliches Hähnchen, sondern ein Brahma-Hähnchen. Dieses Hähnchen wuchs tatsächlich glücklich auf, bekam ordentliches Futter, durfte auf dem Hof herumlaufen und im Dreck scharren. Seine Schwestern blieben als als Zucht- und Legehennen auf dem Hof. Da ein Geflügelzüchter nun nicht jeden Hahn ebenfalls behalten kann, muss er diese also loswerden. In der industriellen Legehennen-Zucht bedeutet das für frisch geschlüpfte Hähnchen: ab in den Schredder. Ja, Schredder – bei lebendigem Leibe.

Ihr fragt euch: “Warum denn das? Die kann man doch aufziehen und dann essen!” Stimmt, kann man, wollen die meisten Menschen jedoch nicht. Warum? Weil nicht viel Fleisch dran ist. Die Menschen wollen dicke, fleischige Vögel haben und die gibt es bei der Legehennen-Zucht nun einmal nicht. Die dicken, fleischigen Vögel sind extra nur fürs Essen gezüchtet. Sie sollen schnell groß und sehr fleischig werden. Diese bedauernswerten Kreaturen sind übrigens so kaputt, dass sie selbst bei guter Pflege und viel gutem Willen nicht alt werden – die können gar nicht anders als übermäßig groß und fleischig werden und dann funktioniert der Körper nicht mehr.

Ich habe hier nun also einen einstmals glücklichen Brahma-Hahn, ohne viel Fleisch dran. Trotzdem lassen sich daraus viele Mahlzeiten bereiten.

2013-04-05 14.40.17a90ebeab533858c224d13c5b55e7e7ac2013-04-06 21.18.13Die Brust löste ich aus, habe sie gewürzt und gebraten, anschließend mit Tomatensauce und Rigatoni vermengt, Spinat dazu gegeben und mit Büffel-Mozzarella überbacken. Die Beine landeten in einer Auflaufform, gewürzt mit Salz und Pfeffer. Dazu rohe Kartoffel, Zwiebel, Zucchini, Karotten und etwas Rosmarin. Darüber gab ich 500ml Gemüsebrühe sowie 500ml Geflügelbrühe. Alufolie über die Auflaufform, mit einer Gabel Löcher hineinstechen und ab in den Ofen. Ist das Gemüse halb gar, Alufolie ab und fertig backen. Dabei das Fleisch immer wieder mit der Brühe aus der Auflaufform übergießen.

2013-04-06 04.51.09Die Haut (wenn man sie nicht an Brust und Beinen gelassen hat) und die Knochen habe ich mit Pfeffer, Piment, Lorbeerblättern und einigen Scheiben Knollensellerie zu gut 6L Brühe verkocht, die mir in den nächsten Wochen Basis für Suppen und Saucen sein wird. So lässt sich ein Hähnchen zu einer Vielzahl von Gerichten verarbeiten und kostete mich im Übrigen € 10 bei einem Gewicht von ca. 2,5 KG. Von wegen, gutes Essen ist immer wahnsinnig teuer und für “Normalsterbliche” eh nicht zu bezahlen.

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Sonntagsfrühstück im Bett.

Sonntag ist der perfekte Tag für Frühstück im Bett….

Sonntagsfrühstück

 

Heute gibts Blaubeerpfannkuchen mit Walnüssen und frischen Kokosstreuseln.

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Dazu Kaffee.

Und weichgekochte Eier auf Avocado und Tomaten:

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Eier weich kochen, eher ein wenig länger als normal – so lassen sie sich gut schälen. Mein Richtwert sind 7 Minuten für ein großes Ei.

Eine halbe Avocado und eine kleine Tomate in kleine Würfel schneiden.

Geschälte Eier in einer Tasse oder Schüssel auf den Gemüsewürfeln anrichten.

Nach Geschmack mit Salz, Pfeffer, Muskat würzen.

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Ostereier.

Ich färbe meine Ostereier meist mit Zwiebelschalen. Dazu, je nach gewünschter Farbe, Schalen von braunen oder roten Zwiebeln sammeln, bis man einen großen Topf ca. bis zur Hälfte befüllen kann. Man kann auch Ronen für ein intensiveres Farbergebnis dazumischen, wenn man nicht genug Schalen hat.

Die Schalen mit Wasser aufgießen, ca. einen Eßlöffel Essig dazugeben, aufkochen und eine halbe Stunde köcheln lassen. Dann sollte das Wasser gut Farbe angenommen haben.

Die rohen Eier dann vorsichtig in den Zwiebelsud einlegen. Je nach Größe ca. eine viertel Stunde köcheln lassen, dann herausnehmen und abschrecken.

Für besondere Effekte kann man zum Beispiel kleine Blätter und Blüten mit Strumpfhosenabschnitten auf den Eiern befestigen bevor man sie kocht.
Da wir heuer zu Ostern Schnee statt Blüten haben, habe ich dieses Mal Gummiringerl einfach kreuz und quer um die Eier gespannt, um Muster zu erzeugen und die Eier mit braunen Zwiebelschalen gefärbt:

Ostern

 

 

 

 

 

Frohe Ostern!

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I’m back before you can say…

 

Blaubeerpfannkuchen!

2 reife Bananen mit der Gabel zermatschen

mit einem Ei verquirlen

Kartoffelmehl hinzufügen, bis die Masse nicht mehr flüssig ist und am Rührbesen kleben bleibt

einen kleinen Schuß Milch dazugeben – es sollte ein cremiger Teig entstehen

 

In einer Pfanne etwas Butterschmalz erhitzen, einige Löffel des Teigs an eine Stelle setzen, etwas warten bis der Teig auseinanderläuft und an der Unterseite etwas fest wird. Einige tiefgekühlte Schwarzbeeren auf die Oberseite des Teigs streuen. Pancake wenden und auch auf der anderen Seite anbräunen lassen.

Mit etwas Butter, Schlagobers oder Honig servieren.

Blaubeerpfannkuchen

 

 

 

 

 

Das Rezept kommt ohne glutenhaltiges Mehl aus und ist gut als glutenfreies Frühstück geeignet!

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Marillenknödel.

Vor einiger Zeit wurde ich um ein Rezept für Marillenknödel gebeten. Marillen – die wie Yvonne weiß, bei uns “Marüln”, mit retroflexem “l”- ausgesprochen werden, sind in Deutschland als Aprikosen bekannt ;)

Mit Marillenknödeln ist es so eine Sache: Einige schwören, dass NUR ein Knödel mit Topfenteig sich Marillenknödel nennen darf. Andere wiederum finden, Marillenknödel müssen mit Erdäpfelteig zubereitet werden.

Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen bzw. ist reine Geschmackssache…

In meiner Familie wurden Marillenknödel immer mit Erdäpfelteig gemacht:

Erdäpfel

Einen halben Kilo Erdäpfel kochen, schälen und auskühlen lassen (am besten am Vorabend).

 

Erdäpfel fein zerdrücken. Wer hat, verwendet eine Erdäpfelpresse, sonst geht es aber auch mit der Küchenreibe.

Mit

Teig

 

  • 12 dkg Weizenmehl
  • 5 dkg Kartoffelstärke
  • 5 dkg Weizengries
  • 2 kleinen Eiern
  • und einer Messerspitze Salz

 

zu einem Teig verkneten. Etwas ruhen lassen.

Brösel

 

Die Butterbrösel vorbereiten:

Ein wenig Butter in einer Pfanne erhitzen, Brösel darin rösten. Langsam einige Löffel Zucker zugeben und Brösel so karamellisieren. Achtung, diese Mischung brennt schnell an! Unter ständigem Rühren so lange rösten, bis die Brösel Farbe angenommen haben und herrlich duften.

 

Einen großen Topf mit Salzwasser erhitzen. Das Wasser sollte wallen, nicht sprudelnd kochen. Die Knödel sollten leicht Platz haben, damit sie nicht zusammen kleben.

Da nicht gerade Marillensaison ist, habe ich tiefgekühlte Marillen verwendet. Frische funktionieren natürlich auch. Sie werden nur gewaschen und mit Kern verwendet.

Knödel formenDen Knödelteig teilen (er hat bei mir leicht für 8 Knödel gereicht), mit feuchten Händen – so klebt der Teig nicht – eine Teigkugel formen, die Marillen eindrücken und ganz umhüllen, Teig fest andrücken.

Am besten gleich ins kochende Wasser geben.

 

Knödel kochen
Anfangs tauchen die Knödel unter, wenn sie gar werden, steigen sie an die Wasseroberfläche auf.

Darauf achten, das das Wasser heiß genug bleibt, aber nicht sprudelnd kocht. Möglichst nicht umrühren, einfach warten…

 

Wenn die Knödel gar sind, einzeln herausnehmen, abtropfen und in den vorbereiteten Butterbröseln rollen. Sie werden traditionell mit Kristallzucker serviert:

Marillenknödel

 

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Investigativ: Honig

Schon länger wartet dieser Beitrag auf seine Veröffentlichung und nachdem ich heute im Supermarkt Zeuge wurde, wie sich Leute darüber stritten, wieviel Geld der Honig kosten darf, dachte ich, es wird Zeit…

Also, vorweg: LEUTE, kauft euren Honig beim Imker in der Region, Honig aus dem Supermarkt/Discounter ist immer die schlechteste Wahl!

Die Preise für Supermarkthonig, keiner davon in Imkerqualität, liegen zwischen € 2,50 und € 8 (sic!). Der teure Honig versucht den Preis mit zB abgedrehten Namen/Sorten oder auch 1% Gelée Royale Anteil zu rechtfertigen. Sämtliche Sorten jedoch sind Mischungen mit unterschiedlich hohen Anteilen von Honig aus EG bzw. Nicht-EG-Ländern. Mehr Informationen über die Herkunft des Honigs gibt die Verpackung nicht her. Bedeutet, für ein Glas Honig werden Honige aus aller Herren Länder importiert, verarbeitet (gemischt, erwärmt, gefiltert usw.) und es spielt keine Rolle wo die Bienen ihren Nektar geerntet haben. Im gentechnisch veränderten Grünzeug oder auf Bio-Bauerns Bauernhof. Auch spielt keine Rolle, wie die Völker gepflegt und gehalten werden, ob Chemie eingesetzt wird, wie der Honig gewonnen wird, lediglich fest steht, dass dem Honig nichts hinzugesetzt und nichts abgezogen werden darf, damit auf der Verpackung noch Honig stehen kann.

Natürlich, auch hier hat die Bio-Vermarkung Potential entdeckt. Was kaum jemand weiss: Die Richtlinien zur Produktion von Bio-Honig sind nicht so verschieden von den Richtlinien, nach denen deutsche Imker von Hause aus ihren “Deutschen Bienenhonig” produzieren. Lediglich lohnt sich die teure Zertifizierung für die meisten Imker kaum, der Honig jedoch ist von hervorragender Qualität. Bevor ihr nun also in den Biomarkt pilgert und dort Bio-Honig (Mischungen) teuer bezahlt, sucht euch einen Imker in der Region, besucht den und lasst euch zeigen wie und wo er seine Bienen hält, den Honig produziert und zahlt für den guten Honig zuletzt einen fairen (und oho! oft günstigeren) Preis. Eine Markenhonig-Mischung im Supermarkt kostet ca. € 5, ein Glas Honig beim Imker zwischen € 4-6

Honig selbst ist zunächst nichts anderes als Blütennektar (bzw. zuckerhaltige Ausscheidungen diverser Insekten) der von zB Bienen gesammelt und zur Ernährung des eigenen Volkes genutzt wird. Darin enthalten sind Zucker, Pollen, Aminosäuren, Vitamine, Enzyme, Proteine Mineralien, sowie Aromen und eine Vielzahl anderer Stoffe. Den großen Unterschied in der Qualität des Honigs macht die Haltung der Honigbienen und die Verarbeitung des Honigs aus der Wabe ins Glas, während Zusammensetzung der Inhaltsstoffe und die Weiterverarbeitung verantwortlich für die Kristallstruktur des Honigs ist, er also eher fest oder eher flüssig ist. Honig in Quetschflaschen ist besonders gefiltert und verarbeitet, so dass er nicht oder nur sehr langsam kristallisiert und also lange sehr dünnflüssig bleibt. Die Haltung der Bienen spielt insofern eine Rolle, als dass Rückstände von chemischen Behandlungen in den Honig gelangen können oder die Bienen schon belasteten Nektar sammeln (je nach Standort). Ausserdem sind auch Bienen Lebewesen, die artgerecht und gesund gehalten und gepflegt werden wollen und müssen.

Regionale Produzenten sind auf den Verkauf ihrer Produkte angewiesen um wirtschaftlich Bienen halten zu können und die Regionen selbst sind auf die Bienen angewiesen. Das zu unterstützen ist der größere Beitrag für sich selbst und für die Natur, als einen vermeintlich besseren Bio-Honig zu kaufen.

Eine vegane Variante von Honig ist übrigens Löwenzahnhonig, wie Tys ihn in ihrem Beitrag schon beschrieben hat.

 

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Basics: Tomatensauce

 

1. gut gereifte Tomaten kaufen, abwaschen. Ich verwende hier stinknormale Rispentomaten, weil es keine Roma Tomaten gab. Roma Tomaten eignen sich hervorragend für Saucen (die noch bessere San Marzano Tomate ist hier leider nur sehr schlecht zu bekommen…)

2. die gewaschenen Tomaten kreuzförmig einschneiden und mit sehr heissem Wasser übergießen oder kurz aufkochen.

3. beginnt die Schale zu platzen, die Tomaten kurz mit kaltem Wasser übergießen. Toll für die Farbe, löst die Schale zusätzlich und ausserdem verbrennt man sich an den so abgekühlten Tomaten nicht die Finger.

4. den Tomaten die Schale abziehen

4a. noch bevor man die Tomaten in den Topf gibt, könnte man Knoblauch im Öl anrösten. Aber Achtung, den Knoblauch wirklich nur ganz leicht anrösten, so wird er süsslich. Verbrennt er im Öl, wird er bitter und die Sauce schmeckt echt scheusslich.

5. zerschneiden und in einen Topf mit heissem Olivenöl geben. Die Stücke müssen nicht gleich groß sein!

6. Salz, Pfeffer und Zucker dazu. Wer Knoblauch mag, den aber nicht süsslich angeröstet haben will, könnte ihn jetzt in die Sauce pressen.

7. Tomaten+Gewürze bei mittlerer Hitze kochen, bis eine noch etwas wässrige Sauce entstanden ist. Je länger man die Sauce nun kochen lässt, desto dicker und sämiger wird sie werden.

8. Kräuter hinzufügen. Petersilie, Majoran, Organo z.B. Verwendet man trockenen Basilikum, kann der ebenfalls jetzt dazu, frischer Basilikum erst später. Kräuter sparsam verwenden. Auch wenn man eine fertige Kräutermischung verwendet, mit einer kleinen Menge beginnen.

Will man nur Sauce, auch auf Vorrat, kochen, ist die Sache an diesem Punkt erledigt. Die Sauce ist fertig und man kann sie nun abfüllen, einfrieren und/oder im Kühlschrank lagern. Für Nudeln+Sauce (auch mit Sauce aus dem Vorrat) braucht es zwei weitere Schritte:

8a. Pasta “ankochen”, abgießen – rein ins Nudelsieb und direkt zurück in den Topf. Reste von Kochwasser in der Pasta sind erwünscht! Das Wasser beim Abgießen aufzufangen ist eine gute Sache, so kann man dieses Wasser bei Bedarf zum Kochen verwenden. Sauce in den Nudeltopf, zu den angekochen Nudeln geben. Bei mittlerer Hitze die Nudeln in der Sauce al dente kochen. Schluckweise Wasser (bestenfalls das aufgefangene Nudelwasser) in den Topf geben, wenn die Sauce bereits zu dick wird, die Nudeln aber noch gar nicht fertig sind.

Wichtig: Die Pasta wirklich einfach nur in viel klarem Wasser kochen. Kein Öl dazu! Salz, ja, Öl, nein. Nach dem Abgießen die Nudeln nicht mit kaltem Wasser übergießen, sondern heiss wieder zurück in den Topf geben.

9. Die Mahlzeit ist fertig, wenn die Nudeln al dente gekocht und von Sauce umhüllt sind. Selbstverständlich lässt sich die Sauce verändern. Jeder sollte mit den Mengen an Gewürzen und Kräutern experimentieren, der Sauce Zutaten hinzufügen. Bohnen, Erbsen oder Spinat z.B. Frischen Basilikum möglichst erst kurz vor Ende der Zubereitung in den Topf geben. Die empfindlichen Blätter verkochen sonst einfach und das Basilikumaroma ist hin. Frische Blätter also vorsichtig zerrupfen, in den Topf geben, mit Sauce/Pasta mischen und alles kurz durchziehen lassen.

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Aroma.

Dem Essen zugesetzte Aromen sind böse.

Immer.

Es gibt keine guten Aromen, Punkt. Aromen im Essen gaukeln grundsätzlich einen Geschmack und Geruch vor, der im Essen gar nicht enthalten wäre. So bedeutet zum Beispiel “Erdbeergeschmack” nicht zwingend, dass Erdbeeren wenigstens in homöopathischen Dosen enthalten sind. Sehr wahrscheinlicher ist, dass dieser Erdbeergeschmack künstlich hergestellt und in Form von Aroma zugesetzt wurde. Dieses künstliche Aroma wird jedoch ebenfalls nicht aus Erdbeeren gewonnen, sondern zB von einem Schimmelpilz produziert, der auf Holzfasern wächst. Andere Aromen werden zB aus Schlachtabfällen gewonnen. Korrekt, ausgesprochen unappetitlich. Jedoch gibt es heute kaum noch Lebensmittel, die ohne diese Aromen auskommen. Der Hersteller spart bei der Produktion an Rohstoffen, der Herstellungsprozess killt den Geschmack und Geruch, den die eh schon geringen Mengen frischer Zutaten mitbringen, also wird mit Aromen nachgeholfen. Einige wenige Hersteller jedoch gehen bereits einen anderen Weg und verzichten auf den Zusatz von Aromen und anderen Geschmacksstoffen.

Nachdem nun Konsumenten jedoch ganz allmählich kritischer werden, haben sich Produzenten das Label “natürliches Aroma” ausgedacht. Aber, diese natürlichen Aromen werden eben nicht aus dem Rohstoff gewonnen, dessen Geschmack/Geruch sie später haben sollen, sondern eben lediglich aus irgendwelchen natürlichen Stoffen. Schlachtabfälle oder eben Schimmelpilze (und diverse anderen Abscheulichkeiten). Natürliches Aroma bedeutet nichts anderes, als dass das Aroma nicht komplett synthetisch hergestellt wurde. Um bei der Erdbeere zu bleiben; ein Erdbeer-Aroma welches tatsächlich aus Erdbeeren hergestellt wurde, erkennt man tatsächlich am Zusatz “Erdbeere” in der Deklaration. Lediglich Aromen, die eben auch aus dem passenden Rohstoff gewonnen wurden, dürfen den Rohstoff auch in der Bezeichnung führen. Aber, auch diese Aromen sind keine “guten” Aromen, weil auch sie als Zusatz etwas vorgaukeln, was im Essen nicht enthalten ist (aus welchen Gründen auch immer).

Nun wird also ein Lebensmittel produziert, was dank zugesetzter Aromen wenigstens nach Erdbeere riecht, jedoch überhaupt keine Erdbeere enthält. Der passende Geschmack  lässt sich ebenfalls vorgaukeln. Unschöner Nebeneffekt ist, dass viele zugesetzte Aromen beim Konsumenten unerwünschte Reaktionen hervorrufen können, z.B. Kopfschmerzen und Müdigkeit.

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investigativ: Schokolade.

In meinen beiden letzten Artikeln ging es um Schokolade, Kuvertüre und Pralinen. Tafelschokolade wird folgen. Bevor ich jedoch den Artikel über Tafelschokolade veröffentliche, gibt es mal wieder einen Beitrag aus der Kategorie “investigativ”. Ich selbst verweigere Schokolade eines bekannten “lila” Herstellers, nachdem mir Schokolade aus diesem Hause im Schrank verschimmelt (sic!) ist. Ich ernte, wenn ich davon erzähle, immer wieder Kopfschütteln und Kommentare wie “Schokolade schimmelt doch nicht!”. Stimmt, eigentlich wird sie eher hässlich, höchstens ranzig (wegen der Kakaobutter), aber Schimmel ist exotisch, will man meinen. ABER, Tafelschokolade, wie sie in Massen in den Supermarktregalen herumliegt, enthält so viele Zusätze, dass es gar nicht ungewöhnlich ist, wenn sie sich seltsam benimmt.

Schokolade besteht aus Kakaomasse, Zucker und Kakaobutter zu unterschiedlichen Anteilen. Weisse Schokolade enthält keinen Kakao und Kuvertüre einen etwas höheren Kakaobutteranteil als Tafelschokolade. In guten Schokoladen ist ausserdem häufig echte Vanille verarbeitet und mehr braucht es eigentlich nicht. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal sind die verarbeiteten Kakaobohnen; gute Bohnen sind mild und “schokoladig”, schlechte bitter und eher säuerlich. Verarbeitet der Hersteller nun also billige Bohnen, setzt er einfach entsprechend mehr Zucker zu um die Schokolade süß zu bekommen und zugesetzte Aromen sorgen für “Geschmack”. Die echte Vanille wird durch künstliches Vanillin ersetzt. Hochwertige, echte Kakaobutter lässt sich teilweise oder auch ganz durch Butterreinfett ersetzen. Milchschokoladen wird Milch/Rahm bzw. Milchpulver zugesetzt. Gut für die Hersteller: Auch die Milch lässt sich durch billigere Zutaten ersetzen.

Gute Schokolade: Kakaomasse, Kakaobutter, Zucker, Vanille und ggf. Milch/Rahm (-pulver), dagegen die vermeintlich gute Schokolade (glaubt man dem Hersteller und dem Preis) aus dem Supermarkt: Zucker, Kakaomasse, Kakaobutter, Magermilchpulver, Butterreinfett, Süßmolkepulver, Emulgatoren (oft Sojalecithin), Haselnuss/Mandel/Erdnuss und Aroma Vanillin. Ich habe wirklich viele Sorten verglichen und die Liste der Zutaten liest sich auf allen Packungen gleich. Einzig die Biosorten (erstaunlich, oft sind die ja nicht besser, klingen nur hübscher) glänzen. Hier heisst es: Kakaomasse, Rohrohrzucker, Kakaobutter und bei einigen Sorten ist Vanille-Extrakt enthalten. Kakao und Zucker stammen hier ausserdem zu über 70% aus FAIRTRADE Handel. Richtig gruselig wird es bei Schokolade mit Füllung oder eben Dingen drin. Die Füllungen bestehen hauptsächlich aus, wer hätte es gedacht, Zucker, Fett, Aroma und diversen Klebern bzw. Emulgatoren.

 

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